Navigator Blog

 

Die jungen Kollegen

Freitag, 5. März 2010

 

Debütanten soll man nicht kritisieren. Schrieb Lessing, wenn mich nicht alles täuscht. Die soll man loben. Oder zu ihrem ersten Werk schweigen, wenn es noch nichts zu loben gibt.


So schweige ich denn, ohrenbetäubend, zu Ferdinand Delckers Erstling „Der Vormacher“.


Veit M. Etzold hingegen verdient Lob. Sein dicker Thriller „Das grosse Tier“ hat zwar seine Längen und Schwächen, ist aber auch verflucht ambitioniert. Die Zutaten sind beliebt, aber die kühne Mischung aus Weltverschwörung, Finanzmarkt, Computerchaos, Kirchenfürsten und kunstgeschichtlicher Schnitzeljagd, die hat schon was.

Nichts für die trübe Jahreszeit, weil man da ja gar nicht wissen möchte, wer wann das Ende der Zeit einläutet, aber sicherlich ein Kandidat für den sommerlichen Poolrand. Irgendwann muss da doch auch mal wieder was anderes gelesen werden als immer nur Stieg Larsson und Dan Brown. Und lesbarer als dessen furchtbarer Letztling ist Etzolds Erstling nun allemal.

 
 
 
Weiter
13_Leben_retten.html
 
../2/24_Weltverbessern.html
Zurück